
Im Produktionsprozess sind Sekunden von entscheidender Bedeutung – sie sind quasi „Geld“. Wenn die Beschichtung oder das Klebstoffmaterial feucht bleibt, entstehen Probleme wie Trübungen, mangelnde Haftung sowie Abfälle, was sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit beeinträchtigt. Konvektionsöfen erwärmen das gesamte Glas, was Zeit kostet, die man nicht hat. Wir verwenden stattdessen Lampen zur trockenen Reinigung des Glases – diese senden näherinfrarotes Licht aus. Dadurch wird das Glas in Sekundenzeit getrocknet, ohne dass der größte Teil des Glases mitgehitzt wird.
Was steckt technisch hinter diesem Verfahren?
Die Anlage verwendet einen Quarz-Halogen-NIR-Emitter, der für eine schnelle Energieübertragung ausgelegt ist. Die Temperatur kann innerhalb von 2,5 Sekunden von der Umgebungstemperatur auf 350°C erhöht werden. Dadurch bleibt die Zeit zwischen dem Stillstand und dem eigentlichen Bearbeitungsprozess minimal. Die Temperaturgleichmäßigkeit im Trocknungsbereich liegt bei ±3%, gemessen auf einer Glasfläche von 2400 mm × 3300 mm. Dadurch bleibt der Druck auf der Glasoberfläche konstant und es entstehen keine optischen Verzerrungen an temperierten oder gekrümmten Glasflächen. Die Leistungsdichte beträgt 45 W/cm² – dadurch wird die Energie schnell abgegeben, ohne sich zu verteilen. Das System arbeitet mit 400 V Dreiphasenstrom und verbraucht bei voller Leistung 36 kW. Das Strahlprofil kann in Schritten angepasst werden, um die Emissivität der Beschichtung sowie die Geschwindigkeit der Produktionslinie optimal anzupassen.
Warum dieses Verfahren bei uns gut funktioniert
In den Beschichtungs- und Laminierungsanlagen muss das Glas bereits trocken sein, bevor es zur nächsten Station weitergeleitet wird. Das Näherinfrarotlicht dringt in die feuchte Schicht ein und treibt die Lösungsmittel nach oben, sodass eine trockene Oberfläche entsteht – ohne dass Feuchtigkeit darunter zurückbleibt. Bei Automobil-Scheiben bedeutet das weniger Blasen und weniger Nachbearbeitung im Autoklaven. Bei architektonischen Isoliergläsern bleibt die Aushärtung der Dichtmasse konstant, was dazu führt, dass weniger Produkte wegen mangelnder Haftung aussortiert werden müssen. Dadurch ergibt sich eine höhere Produktivität, eine kleinere Flächebedarf sowie geringere Energiekosten, da die Last des Ofens reduziert wird.
Praktische Details, die Sie wissen sollten
Da die Energie direkt abgegeben wird, benötigt die Lampe eine klare Sichtlinie sowie einen konstanten Abstand zum Glas. Der Abstand zwischen dem Emiter und dem Glas sollte zwischen 150–250 mm liegen, damit die gewünschte Temperaturgleichmäßigkeit erreicht wird. Die Reflektoren müssen sauber bleiben – selbst eine dünne Schicht kann die Leistung stark verringern. Es handelt sich dabei nicht um ein Ersatzteil, das einfach in jeden Ofen eingesetzt werden kann – es müssen die Abstände sowie die Steuerelemente überprüft werden. Wenn alles richtig eingestellt ist, kann die Anlage 24/7 betrieben werden, mit vorhersehbaren Wartungsintervallen.